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Ich sehe was, was Du nicht siehst: Suchspiele für Kinder im Deutschen Medizinhistorischen Museum.

(ir) Wer kennt das nicht: Man geht mit seinen Kindern ins Museum, weil man den hoffnungsvollen Nachwuchs für Kunst, Kultur und Wissenschaft begeistern möchte. Und dann dauert es meist nicht lange und der gemeinsame Museumsbesuch mutiert zu dem kräftezehrenden Versuch, die Bedürfnisse seiner Kinder mit den – meist entgegengesetzten – Interessen der anderen Museumsbesucher in Einklang zu bringen.



Im Deutschen Medizinhistorischen Museum gibt es schon am Eingang die Erlösung: Die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Kasse halten für Kinder zwei kostenlose Suchspiele bereit, mit denen der Museumsbesuch richtig spannend wird. Das eine ist für die aktuelle Sonderausstellung „Steinreich“ gedacht, das andere führt unter dem Titel „Ich sehe was, was Du nicht siehst“ durch die Dauerausstellung in der Alten Anatomie.



„Bei beiden Suchspielen wollen wir die Kinder zum genauen Hingucken anregen“, so Museumsdirektorin Professorin Marion Ruisinger. „Um das Lösungswort zu finden, muss man kein Vorwissen mitbringen. Aber eben genau hinschauen – und lesen können. Aber das übernehmen dann auch schon einmal die Eltern“.



Wer nun befürchtet, der Blick seiner Kinder könne dabei auf martialische medizinische Objekte mit Albtraumpotential gelenkt werden, darf ganz beruhigt sein. „Keine Sorge, bei der Auswahl der Gegenstände für die Suchspiele haben wir auf Amputationssägen und Schädelbohrer verzichtet“, so Ruisinger. „Bei uns gibt es ja auch so harmlose Dinge wie Porzellanfiguren, Ölgemälde und Elfenbeinplastiken, die sehr interessante Details aufzuweisen haben.“



Natürlich gibt es am Schluss auch eine kleine Belohnung, wenn das Lösungswort gefunden wurde. „Der eigentliche Gewinn“, so die Museumsdirektorin, „ist aber das gemeinsame Entdecken, die gemeinsame, intensive Auseinandersetzung mit Zeitzeugen aus vergangenen Epochen.“ So gesehen, sind die Suchspiele im Museum nicht nur eine pädagogische Hilfe, um genervte Eltern zu entlasten, sondern auch ein Katalysator für das kollektive Museumserlebnis.



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